Brandmauer oder Zusammenarbeit? - Sollte die SPD die AfD tolerieren?
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Wie sollen demokratische Parteien mit einer Partei umgehen, die viele Stimmen bekommt, aber zugleich als Gefahr für demokratische Grundwerte gilt? Anhand der Debatte um Torsten Albigs Vorstoß prüfen Schüler:innen, wo die Grenze zwischen politischem Pragmatismus und demokratischer Abgrenzung verläuft.
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Ablaufplan für den Unterricht
Lernziele:
1. Die Schüler:innen unterscheiden verschiedene Formen parteipolitischer Zusammenarbeit, etwa Koalition, Tolerierung, Zusammenarbeit im Einzelfall und strikte Abgrenzung.
2. Sie analysieren Pro- und Contra-Argumente zur Brandmauer-Debatte und ordnen diese politisch ein.
3. Sie formulieren ein begründetes Urteil und reflektieren, ob sich ihre Position im Verlauf der Auseinandersetzung verändert hat.
Unterrichtsablauf:
Zum Einstieg positionieren sich die Schüler:innen spontan zu der Frage, ob demokratische Parteien grundsätzlich mit jeder gewählten Partei zusammenarbeiten sollten. Anschließend erschließen sie den Vorschlag des früheren SPD-Politikers Torsten Albig und ordnen ihn in verschiedene Formen politischer Zusammenarbeit ein. Ein kurzer Hintergrundtext zur AfD, zum Verfassungsschutz und zur politischen Brandmauer liefert die Grundlage dafür, die Debatte nicht nur strategisch, sondern auch demokratietheoretisch einzuordnen.
In der Erarbeitungsphase analysieren die Schüler arbeitsteilig vier journalistische Perspektiven: zwei Pro- und zwei Contra-Positionen. Sie sammeln die zentralen Argumente, vergleichen die vorgeschlagenen oder abgelehnten Formen der Zusammenarbeit und bewerten die Überzeugungskraft der Argumente. Abschließend formulieren sie ein eigenes Urteil zur Frage, ob sich die SPD auf eine von der AfD tolerierte Minderheitsregierung einlassen sollte.
Anmerkung: Die optionale Vertiefungsaufgabe zum Erfolg der AfD kann flexibel eingesetzt werden. Besonders sinnvoll ist sie nach Aufgabe 3, also nach der Klärung der Brandmauer, aber vor der Analyse der Pro- und Contra-Perspektiven. Dann erhalten die Schüler zusätzliches Hintergrundwissen dazu, warum manche eine Lockerung der Brandmauer überhaupt fordern. Die Ergebnisse können sehr gut ergänzend im abschließenden Urteil berücksichtigt werden, sind aber als optionale Vertiefung gedacht. Die Urteilsaufgabe eignet sich auch gut als Hausaufgabe.
Details
Bildungsebene
Sekundarstufe I & II
Bildungswege
Gymnasium, Realshchule, Gesamtschule, Berufsbildende Schule
Bildungsfeld / Fachbereich
Politik & Gesellschaft
Qualifikationen / Lehrplanthema
Sachkompetenz (Formen politischer Zusammenarbeit und die Brandmauer-Debatte verstehen), Methodenkompetenz (journalistische Perspektiven auswerten, Argumente vergleichen und strukturieren), Urteilskompetenz (eine begründete politische Position entwickeln und Gegenargumente einbeziehen) / Parteien und Parteiensystem, Demokratie und politische Willensbildung, parlamentarische Mehrheiten und Regierungsbildung, Extremismus und wehrhafte Demokratie
Klassenstufe
ab Klasse 10
Zeitrahmen
90 Minuten
Bildungsregion
Deutschland
aktualisiert am:
veröffentlicht am
01.06.2027
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